Der Grill ist längst nicht mehr nur die Domäne von Würstchen und Steaks. Längst hat sich herumgesprochen, dass die heißen Kohlen oder die Gasflammen auch für überraschend köstliche Desserts genutzt werden können. Gegrillte Süßspeisen sind ein wachsender Trend, der die deutsche Grillszene erobert. In diesem Artikel nehme ich Sie mit auf eine süße Reise: von den einfachsten Klassikern, die jedem gelingen, bis hin zu fortgeschrittenen Techniken, die Ihre Gäste ins Staunen versetzen werden. Ich verrate Ihnen, worauf es bei der Obstauswahl ankommt, welches Zubehör Gold wert ist und wie Sie mit der richtigen Technik verhindern, dass Ihr süßer Traum auf dem Rost zerplatzt.
Süße Vielfalt vom Rost Entdecken Sie die besten Grilldesserts und Techniken
- Beliebte Klassiker: Gegrillte Schokobananen, Ananas mit Honig und Pfirsiche mit Mascarpone sind die Favoriten.
- Trendige Entwicklungen: Immer mehr Griller wagen sich an Käsekuchen aus der Gusspfanne, süße Pizza oder gefüllte Äpfel.
- Geeignetes Obst: Feste Sorten wie Ananas, Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Bananen (in der Schale) eignen sich am besten.
- Wichtiges Zubehör: Gusspfannen, Grillmatten, Alufolie und Spieße erleichtern die Zubereitung erheblich.
- Optimale Grilltechnik: Meist ist indirekte, mittlere Hitze ideal, um Zucker zu karamellisieren statt zu verbrennen; Rost immer gut einölen.
- Wachsender Trend: Über 40% der Griller experimentieren gerne mit neuen Rezepten, wobei Desserts immer beliebter werden.
Vom Nischentrend zum Must-Have: Warum süßes Grillen immer beliebter wird
Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die deutsche Grillkultur wandelt. Früher war der Grill primär ein Werkzeug für Fleischliebhaber. Heute sehen wir einen klaren Trend hin zu einem vollständigen kulinarischen Erlebnis, das alle Gänge umfasst und dazu gehören eben auch die Desserts. Die Statistik zeigt es deutlich: Über 40 % der Griller experimentieren gerne mit neuen Rezepten. Diese Neugier führt unweigerlich dazu, dass süße Kreationen vom Rost immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Das Grillen entwickelt sich von einem reinen Fleisch-Event zu einer vielseitigen Kochmethode, bei der man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.
Die Grundausstattung: Was Sie wirklich für Ihr erstes Grilldessert brauchen
Wenn Sie nun Lust bekommen haben, selbst kreativ zu werden, keine Sorge: Sie brauchen keine professionelle Ausrüstung. Mit ein paar wenigen, aber essenziellen Helfern sind Sie bestens gerüstet. Eine Gusspfanne ist Gold wert, wenn es um Teigwaren wie Brownies oder Käsekuchen geht, oder wenn Früchte, die viel Saft verlieren, zubereitet werden. Für kleinere Obststücke oder empfindlicheres Grillgut sind Grillplatten oder Grillmatten eine hervorragende Wahl, da sie verhindern, dass etwas durch den Rost fällt. Wenn Sie Päckchen zubereiten möchten, ist Alufolie (oder umweltfreundlichere Alternativen wie Grillschalen) unerlässlich. Und für die klassischen Obstspieße sind einfache Spieße aus Holz oder Metall unverzichtbar. Mit diesen wenigen Utensilien sind Sie bereit für die süße Welt des Grillens.
Einfache Rezepte für den perfekten Start: Die Grilldessert-Klassiker
Für alle, die gerade erst mit dem Grillen von Süßspeisen beginnen, gibt es bewährte Klassiker, die einfach zuzubereiten sind und fast immer gelingen. Diese Rezepte sind der ideale Einstieg und zeigen, wie unkompliziert und doch beeindruckend Grilldesserts sein können.
Schokobananen vom Grill: Das ultimative Rezept für Groß und Klein
- Wählen Sie reife, aber noch feste Bananen. Ritzen Sie die Bananenschale längs ein, aber nicht durch das Fruchtfleisch.
- Öffnen Sie die Schale vorsichtig und legen Sie ein oder zwei Stücke Schokolade (Zartbitter oder Vollmilch, je nach Geschmack) in den Schnitt.
- Schließen Sie die Schale wieder und wickeln Sie die Banane eventuell zusätzlich in Alufolie, um ein Austrocknen zu verhindern.
- Legen Sie die Bananen für etwa 10-15 Minuten auf den Grillrost bei indirekter, mittlerer Hitze. Die Schale wird schwarz, das Fruchtfleisch weich und die Schokolade geschmolzen.
- Servieren Sie die heißen Schokobananen direkt aus der Schale, eventuell mit einem Klecks Sahne oder einer Kugel Vanilleeis.
Gegrillte Ananas mit Honig und Zimt: So holen Sie das Beste aus der Frucht heraus
- Schälen Sie eine frische Ananas, entfernen Sie den harten Strunk und schneiden Sie sie in etwa 1-2 cm dicke Scheiben oder Spieße.
- Vermischen Sie Honig mit etwas Zimt und bestreichen Sie die Ananasscheiben damit.
- Legen Sie die marinierten Ananasscheiben für etwa 3-5 Minuten pro Seite auf den Grillrost bei direkter, mittlerer Hitze, bis sie schöne Grillstreifen bekommen und leicht karamellisiert sind.
- Alternativ können Sie Ananasstücke auf Spieße stecken und diese grillen.
- Servieren Sie die gegrillte Ananas warm, idealerweise mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Klecks Kokosjoghurt.
Gegrillte Pfirsiche mit Mascarpone: Ein Hauch von italienischem Sommer
- Halbieren Sie reife, aber feste Pfirsiche und entfernen Sie den Kern.
- Legen Sie die Pfirsichhälften mit der Schnittfläche nach unten für etwa 4-6 Minuten auf den Grillrost bei mittlerer Hitze, bis sie weich werden und leichte Grillspuren zeigen.
- Nehmen Sie die Pfirsiche vom Grill und lassen Sie sie kurz abkühlen.
- Füllen Sie die Mulde des Kerngehäuses mit einem Löffel Mascarpone, Quark oder einer Kugel Eis.
- Garnieren Sie nach Belieben mit etwas Honig, gehackten Nüssen oder Minze.
Welches Obst Sie grillen können: Ein umfassender Guide
Die Wahl des richtigen Obstes ist entscheidend für den Erfolg Ihres Grilldesserts. Nicht jede Frucht verhält sich auf dem heißen Rost gleich. Glücklicherweise gibt es eine ganze Reihe von Früchten, die sich hervorragend zum Grillen eignen und durch die Hitze sogar noch an Geschmack gewinnen.

Steinobst: Warum Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen ideal sind
Steinobst wie Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen sind wahre Stars auf dem Grill. Ihre feste Konsistenz sorgt dafür, dass sie beim Grillen nicht zerfallen, während ihr Fruchtfleisch weich wird und die natürlichen Zucker karamellisieren. Das Ergebnis ist eine wunderbare Süße und ein intensives Aroma. Achten Sie darauf, dass das Obst reif, aber noch fest ist. Ein kurzer Grillvorgang bei mittlerer Hitze reicht oft schon aus, um die perfekte Konsistenz und den köstlichen Geschmack zu erzielen.
Exoten: Ananas, Banane und Mango gekonnt grillen
Auch exotische Früchte profitieren enorm vom Grill. Ananas entwickelt durch das Karamellisieren eine noch intensivere Süße und ein leicht rauchiges Aroma. Bananen, die man am besten mit Schale grillt, werden innen wunderbar cremig und süß. Bei Mangos ist es ratsam, sie in dickere Spalten zu schneiden, da sie sonst leicht zerfallen können. Das Grillen hebt die natürlichen Aromen dieser Früchte hervor und verleiht ihnen eine besondere Note, die sie von ihren rohen Pendants unterscheidet.
Heimische Früchte: Die besten Grilltipps für Äpfel und Birnen
Auch heimische Früchte wie Äpfel und Birnen sind grilltauglich. Am besten eignen sie sich, wenn man sie entkernt und in dickere Scheiben schneidet oder sie sogar füllt. Äpfel lassen sich wunderbar mit einer Mischung aus Zimt, Nüssen und Rosinen füllen, bevor sie auf dem Grill garen. Birnen werden ebenfalls weich und süß. Beide Früchte entwickeln beim Grillen eine angenehme Textur und ein konzentriertes Aroma, das durch Gewürze wie Zimt noch verstärkt wird.
Welche Früchte Sie besser in der Schale lassen (und welche nicht)
- Mit Schale grillen: Bananen sind das Paradebeispiel. Die Schale schützt das Fruchtfleisch und verhindert, dass es zu schnell zerfällt. Auch bei manchen Äpfeln oder kleinen Birnen kann die Schale dranbleiben, wenn sie dünn genug ist.
- Ohne Schale oder vorbereitet grillen: Ananas, Mango, Pfirsiche und Nektarinen sollten geschält werden. Bei weicheren Früchten wie Beeren (Himbeeren, Blaubeeren) ist es ratsam, sie in Folienpäckchen oder einer gusseisernen Pfanne zu grillen, damit sie nicht durch den Rost fallen oder zerdrückt werden.
Für Experimentierfreudige: Beeindruckende Grilldesserts
Wenn Sie die Klassiker gemeistert haben und Ihre Gäste mit etwas Besonderem überraschen möchten, dann sind die folgenden Ideen genau das Richtige für Sie. Diese Desserts erfordern vielleicht ein wenig mehr Vorbereitung, belohnen Sie aber mit einzigartigen Geschmackserlebnissen.
Süße Pizza vom Grill: So gelingt der Teigfladen mit Schoko und Beeren
Eine süße Pizza vom Grill ist ein absoluter Hingucker und schmeckt fantastisch. Sie können entweder fertigen Pizzateig verwenden oder einen eigenen süßen Teig zubereiten. Nach dem kurzen Angrillen des Bodens (am besten bei indirekter Hitze, eventuell auf einem Pizzastein) bestreichen Sie ihn mit Nuss-Nougat-Creme, Schokoladenstücken oder Fruchtpüree. Belegen Sie die Pizza dann mit frischen Beeren, Marshmallows oder Kokosraspeln und lassen Sie sie kurz weitergrillen, bis die Marshmallows geschmolzen und der Käse (falls verwendet) zerlaufen ist. Ein wahrer Genuss!
Gegrillter Käsekuchen aus der Gusspfanne: Ein cremiger Traum
Der gegrillte Käsekuchen ist ein Trend, der sich aus gutem Grund etabliert hat. Die Zubereitung in einer gusseisernen Pfanne ist hierbei entscheidend. Die Pfanne sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung und verleiht dem Kuchen ein wunderbares rauchiges Aroma. Bereiten Sie Ihre Lieblings-Käsekuchenmasse zu, gießen Sie sie in die vorgeheizte und leicht gefettete Gusspfanne und grillen Sie den Kuchen bei indirekter, mittlerer Hitze, bis er fest ist und eine schöne goldbraune Farbe hat. Das Ergebnis ist ein unglaublich cremiger und aromatischer Kuchen.
S'mores-Dip: Der klebrig-süße Partyspaß direkt vom Rost
S'mores sind ein Klassiker vom Lagerfeuer, und als Dip vom Grill sind sie ein absoluter Hit auf jeder Party. In einer gusseisernen Pfanne oder einer stabilen Aluschale schichten Sie Schokoladenstücke und darauf eine dicke Schicht Marshmallows. Dann kommt die Pfanne für einige Minuten auf den Grill, bis die Marshmallows geschmolzen und leicht gebräunt sind. Dazu reichen Sie Kekse oder Graham Crackers zum Dippen. Ein klebrig-süßer Spaß, der schnell verputzt ist.
Gefüllte Grilläpfel mit Marzipan und Nüssen: Das perfekte Herbstdessert
- Wählen Sie mittelgroße Äpfel und höhlen Sie das Kerngehäuse mit einem Messer oder einem speziellen Apfelausstecher aus, ohne den Boden zu durchstoßen.
- Bereiten Sie eine Füllung aus gehacktem Marzipan, gemahlenen oder gehackten Nüssen (z.B. Walnüsse, Mandeln), etwas Zimt und eventuell Rosinen vor.
- Füllen Sie die ausgehöhlten Äpfel großzügig mit der Marzipan-Nuss-Mischung.
- Wickeln Sie die gefüllten Äpfel locker in Alufolie ein.
- Grillen Sie die Päckchen für etwa 20-30 Minuten bei indirekter, mittlerer Hitze, bis die Äpfel weich sind.
- Servieren Sie die warmen Grilläpfel pur oder mit einer Kugel Vanilleeis.
Die richtige Technik: Häufige Fehler vermeiden
Auch beim Grillen von Desserts gibt es ein paar Kniffe, die den Unterschied zwischen einem perfekten Ergebnis und einer Enttäuschung ausmachen können. Wenn Sie die grundlegenden Techniken beachten, vermeiden Sie häufige Fehler und zaubern im Handumdrehen köstliche Süßspeisen vom Rost.
Direkte vs. Indirekte Hitze: Was ist die beste Methode für Desserts?
Für die meisten Grilldesserts ist indirekte, mittlere Hitze die beste Wahl. Bei direkter Hitze besteht die Gefahr, dass der Zucker im Obst oder Teig zu schnell verbrennt, bevor das Innere gar ist. Indirekte Hitze bedeutet, dass die Hitzequelle nicht direkt unter dem Grillgut ist. Dies ermöglicht ein sanfteres Garen und Karamellisieren, ähnlich wie im Ofen. Nur bei sehr kurzen Garzeiten, wie z.B. beim Anrösten von Fruchtscheiben für Grillstreifen, kann direkte Hitze kurzzeitig zum Einsatz kommen.
Zucker-Management: Wie Sie verhindern, dass Ihr Dessert verbrennt statt karamellisiert
Zucker ist ein zweischneidiges Schwert auf dem Grill. Er sorgt für köstliche Karamellisierung, kann aber auch blitzschnell verbrennen. Der Schlüssel liegt in der Kontrolle der Temperatur. Verwenden Sie, wie bereits erwähnt, bevorzugt indirekte Hitze. Wenn Sie Früchte direkt mit Zucker bestreuen, achten Sie darauf, dass sie nicht zu lange der direkten Hitze ausgesetzt sind. Manchmal hilft es auch, den Zucker erst kurz vor dem Servieren hinzuzufügen oder ihn mit anderen Zutaten wie Honig zu mischen, der etwas hitzebeständiger ist.
Saubere Sache: So bleibt das Obst nicht am Grillrost kleben
Ein häufiges und ärgerliches Problem ist, wenn das Obst am Grillrost kleben bleibt. Die Lösung ist denkbar einfach: Sorgen Sie für einen sauberen und leicht eingeölten Grillrost. Bevor Sie das Obst auflegen, reinigen Sie den Rost gründlich. Anschließend pinseln Sie die Roststäbe mit einem hitzebeständigen Öl ein. Dies schafft eine Antihaftschicht und erleichtert das Wenden und Herausnehmen des Grillguts erheblich.
Gasgrill, Holzkohle oder Elektro? So passen Sie die Rezepte an
| Grilltyp | Anpassungstipps |
|---|---|
| Gasgrill | Die Hitzeregulierung ist sehr präzise. Stellen Sie die Brenner so ein, dass Sie eine indirekte Hitzezone schaffen können. Achten Sie auf die Temperaturanzeige. |
| Holzkohlegrill | Schaffen Sie durch die Verteilung der Kohlen eine direkte und eine indirekte Hitzezone. Für indirekte Hitze schieben Sie die Kohlen an eine Seite des Grills. Die Temperatur ist schwerer konstant zu halten, erfordert etwas Übung. |
| Elektrogrill | Oftmals ist die Hitzeentwicklung nicht so intensiv wie bei Gas oder Kohle. Achten Sie auf die Herstellerangaben zur Hitzeregulierung. Eventuell müssen die Garzeiten etwas verlängert werden. |
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Das perfekte Finish: Toppings und Beilagen für Ihr Grilldessert
Ein Grilldessert ist erst dann wirklich perfekt, wenn es die richtigen Begleiter hat. Toppings und Beilagen können den Geschmack abrunden, für spannende Kontraste sorgen und das Dessert optisch aufwerten.
Von Eis bis Joghurt: Die besten cremigen Begleiter
- Vanilleeis: Der absolute Klassiker, der zu fast jedem gegrillten Obst passt. Die kühle Cremigkeit bildet einen wunderbaren Kontrast zur warmen Frucht.
- Griechischer Joghurt: Eine leichtere und erfrischende Alternative zu Eis. Sein leicht säuerlicher Geschmack harmoniert gut mit süßen Früchten.
- Mascarpone: Für eine luxuriösere Note. Pur oder leicht gesüßt passt Mascarpone hervorragend zu Pfirsichen, Aprikosen und Beeren.
Soßen und Sirups: Schokolade, Karamell und Ahornsirup gekonnt einsetzen
- Schokoladensoße: Ein Muss für alle Schokoladenfans. Ob dunkel, vollmilch oder weiß sie passt zu fast allem.
- Karamellsoße: Die süße, leicht herbe Note von Karamell passt besonders gut zu Äpfeln, Birnen und Bananen.
- Ahornsirup oder Honig: Natürliche Süßungsmittel, die den Fruchtgeschmack unterstreichen und für eine schöne Glasur sorgen.
Crunch-Faktor: Nüsse, Krokant und Streusel als letzter Schliff
- Gehackte Nüsse: Mandeln, Walnüsse, Pekannüsse oder Haselnüsse sorgen für eine angenehme Textur und einen nussigen Geschmack.
- Krokant: Karamellisierte Nüsse oder Mandelsplitter verleihen dem Dessert eine zusätzliche Süße und einen tollen Biss.
- Zimtstreusel: Eine einfache Mischung aus Mehl, Butter und Zucker, mit Zimt verfeinert, sorgt für eine knusprige Komponente, die besonders gut zu Äpfeln und Birnen passt.
